Zusammenfassung zur Podiumsdiskussion am 14.09.2017 im Glashaus im Paradies

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„Kunststadt Jena? Brauchen wir ein Kunsthaus?“ 

Podiumsdiskussion mit:

Dr. Gisbert Porstmann (Museen der Stadt Dresden),

Heidrun Schrade (Initiative „Kunsthaus Jena“),

Erik Stephan (Kurator Kunstsammlung Jena) und

Frank Jauch (Finanzdezernent)

Moderation:

Conny Dietrich und Jürgen Conradi vom Jenaer Kunstverein e.V.

 

Erik Stephan

– weist auf den Wert der Jenaer Kunstsammlung hin und auf Jena als Anziehungspunkt der neuen Kunstströmungen vor 100 Jahren

– der 1903 gegründete Kunstverein diente der Bildung aller Volksschichten und war ein Podium für die damals neue Kunstströmung des heute hochgelobten Expressionismus

– die Ausstellungen des Kunstvereins waren inspirierende Plattform für Künstler, Wissenschaftler und  die Bürger Jenas, diese Tradition sollte mit einem Kunsthaus in Jena gewürdigt und fortgesetzt werden

– auch wenn die Sammlung in den 30er Jahren große Verluste erfahren hat, beinhaltet sie zahlreiche wertvolle Stücke

– auch sind in den letzten Jahren viele Kunstwerke von Künstlern hinzugekommen, die in der Göhre ausgestellt haben

– außerdem die Sammlung Opitz-Hoffmann mit ca. 2000 Werken in jüngster Zeit hinzu gekommen

-auf Anfrage,  welche Größe er sich denn wünschen würde wenn alles andere „geklärt“ ist, antwortet Erik Stephan:

Ausstellungsfläche sollte mindesten 2000 qm betragen und das gleiche noch einmal als Lagerfläche,  der Bestand ist in den letzten Jahren stark gewachsen

 

Frank Jauch:

– OB und Stadtspitze möchten das Projekt, Jena als wachsende Stadt braucht auch Wachstum im Kulturbereich

– derzeit sei aber nicht der richtige Zeitpunkt für das Thema Kunsthaus

– Momentane Herausforderungen sind die Sanierung des Volkshauses, der Bibliotheksneubau am Engelplatz und die Erweiterung des optischen Museums zum Deutschen optischen Museum, außerdem der Umbau des Stadions

– all diese Dinge sind mit Grund dafür, dass das Kunsthaus noch nicht auf der Agenda der Stadt steht, ab 2022 kann sich die Stadt ernsthaft diesem Thema widmen

– insgesamt muss der Kulturetat in den nächsten Jahren wachsen von 17 auf 25 Mill. Euro

– es gibt mehrere Projekte, die von starken Minderheiten angestoßen und getragen wurden, Politik muss sich um alle Gruppen kümmern

– das Scheitern des Eichplatzvorhabens hat völlig neue Impulse gebracht, also auch eine Chance

– auf Nachfrage erklärt Frank Jauch:

–  dass es vorstellbar sei, dass Jena ab 2022 die Betreibungskosten für ein Kunsthaus übernehmen kann

–    Projekt ist von der Stadt gewünscht, aber eben mit Augenmaß

–    Der Kulturbereich ist nachweislich am Wachsen – aber der Haushalt muss dem angepasst werden

–    Für das Deutsche Optische Museum wurden in kürzester Zeit Entscheidungen getroffen (wegen der möglichen Fördermittel/Investitionen/Beteiligungen von Unternehmen, Stiftungen etc.), Unterhaltung durch die Stadt Jena

–   Dieses Modell kann er sich auch bei einem Kunsthaus vorstellen,  Bau  / Unterhaltung Stadt Jena – wörtlich: Betreibung kann die Stadt Jena tragen – diese Aussage hat auch der OB bei der Gründungversammlung des Fördervereins gebraucht

 

Giesbert Postmann:

– sprach über die Gründung der Bürgerbewegung „Baut ein Kunsthaus“ nach der Wende in Dresden, aktuell etwa 800 qm Ausstellungsfläche, haben kein eigenes Objekt

–  favorisiert den Forumsgedanken für Jena  – Verknüpfung verschiedener Angebote im Kunstbereich, wenn erste einmal etwas da ist, dann entwickelt sich das auch

– betont, dass Bürgerbeteiligung bei Kunstprojekten große Rolle spielt

  •  Bürger müssen dranbleiben am Thema und starke Lobby finden, prominente Mitstreiter gewinnen
  • Projekt schärfen, es soll so attraktiv werden, dass es gelingen muss

– damit werden Fragen der Stadtentwicklung der Zukunft aufgegriffen

– z.Bsp. Arhus baut bewusst auf die Künste, diese haben Einzug in jede politische Agenda gehalten

– Kunstsammlung ist Bestandteil des städtischen Gedächtnisses, ist damit Auslöser für Kommunikation und Identifikation

– weist darauf hin, dass es seit einiger Zeit ein großes Bündnis verschiedener Firmen gibt, die sich der Kunst in den Depots verschrieben hat   „Kunst auf Lager“

 

 

Christian Philler (Ortsteilbürgermeister Stadtmitte, Mitbegründer der Kulturstiftung Jena )

– die 2001 gegründete Kulturstiftung ist mit viel Enthusiasmus gestartet, erhoffte Geldgeber haben sich zurückgezogen, derzeit Dornröschenschlaf der Stiftung

– er rät dazu, die Mehrheiten im Stadtrat für das Projekt zu gewinnen

 

Weitere Fragen:

  • Was stellt sich die Stadt für den Eichplatz vor? Ist es denkbar, dass die Stadt das Baufeld auf dem Eichplatz für das Kunsthaus reserviert?

                Frank Jauch: – Stadtrat muss über diese Sache diskutieren und eine Entscheidung treffen

– Synergien nutzen, Kunst als Standortfaktor, Unterstützung ökonomischer Strukturen

– wenn ein Investor kommt, der kulturelle Nutzung anbietet, ist das möglich

  • Ist es notwendig, einen Neubau für das Kunsthaus anzustreben?

                      Giesbert Postmann: JA, weil…

– bei Umnutzung älterer Gebäude treten erfahrungsgemäß oft erhebliche Schwierigkeiten bei der Betreibung auf

– moderne Architektur ist Anziehungspunkt für viele Menschen, Bilbao-Effekt

                      Heidrun Schrade: JA, weil…

– weil es ein Wunsch der Bürger und Bürgerinnen in der gesamten Eichplatzdebatte war, öffentliche Räume auf dem Eichplatz zu bekommen und     Grund und Boden nicht zu verkaufen- weil moderne Architektur auffallender ästhetischer Anziehungspunkt sein kann und gleichzeitig Vorbildcharakter für innovatives, ökologisches und nachhaltiges Bauen haben sollte

– weil nur ein konkreter attraktiver Standort interessant für Mäzene und Investoren mit Kunstverstand ist

– weil eine gute Verbindung zwischen Innenraum und neuem Stadtgarten geschaffen werden kann

– weil ein Kunsthaus mit einem multifunktional nutzbarem Foyer ein Forum für die Bürger und Bürgerinnen sein kann, Kunst als Anziehungspunkt zur Belebung des Platzes, als neue Stadtmitte, mit der sich die Bürger und Bürgerinnen identifizieren, zentrale Räume für Begegnung, Kommunikation und kreative Aktionen ,

-Neubau auf dem Eichplatz hat für uns oberste Priorität

                                                                                                                                          Zusammenfassung von Heidrun Schrade in Zusammenarbeit mit der Initiativgruppe

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